{"id":15,"date":"2010-07-10T17:57:56","date_gmt":"2010-07-10T17:57:56","guid":{"rendered":"http:\/\/sascharossier.com\/wordpress\/?page_id=15"},"modified":"2014-02-11T10:46:35","modified_gmt":"2014-02-11T10:46:35","slug":"der-lugner","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sascharossier.com\/wordpress\/?page_id=15","title":{"rendered":"DER L\u00dcGNER"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit seinen zahlreichen Ver\u00f6ffentlichungen seit 1993 geh\u00f6rt Sascha Rossier alias L\u00fcgner zu den Pionieren der Z\u00fcrcher Rapszene. Daneben f\u00f6rderte er vielen Schweizer Rapk\u00fcnstler (Bligg, Sektion Kuchik\u00e4schtli, Rokator, Stern Eis, Gleiszwei), die in L\u00fcgners Tonstudio zum ersten Mal auf Band aufgezeichnet wurden. Als Redaktor\/Moderator\/Layouter bei Schweizer Radio und Fernsehen SRF, Autor von Producer-Foren sowie Wort-, Bild und Klangt\u00fcftler unterst\u00fctzt das Z\u00fcrcher Multitalent Anf\u00e4nger und Fortgeschrittene gleichermassen mit seiner Erfahrung als K\u00fcnstler und Ausbildung als Tonmeister. Mit seinen eigenen Werken als Mitglied der Z\u00fcrcher Rapformation \u00abPaar@Ohr\u00e4\u00bb (paar at ohr\u00e4: Ein paar an die Ohren) wurde er von der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung als Enkel der Z\u00fcrcher Dadaismus-Tradition gefeiert: \u00abEs sind vor allem die verschlungenen, wortspielreichen Texte, mit denen paar@ohr\u00e4 die Dada-Tradition Z\u00fcrichs wiederaufleben lassen und den g\u00e4ngigen Hip-Hop-H\u00f6rgewohnheiten eins auswischen\u00bb (NZZ, 10. Januar 2001).<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/sascharossier.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/studiolue.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-256\" title=\"studiolue\" alt=\"\" src=\"https:\/\/sascharossier.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/studiolue.jpg\" width=\"580\" height=\"331\" srcset=\"https:\/\/sascharossier.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/studiolue.jpg 640w, https:\/\/sascharossier.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/studiolue-150x85.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Schon fast hatte man geglaubt, Schweizer Rap habe nun endlich die klinische Machart sowie das einf\u00e4ltige Textniveau seines amerikanischen Vorbilds erreicht und deren bekannteste Exponenten wie etwa Bligg oder Sektion Kuchik\u00e4schtli k\u00f6nnten sich wieder der Sukkulentenzucht oder dem selbstgegr\u00fcndeten Manicure-Studio widmen, weil es nichts mehr zu erobern oder zu besiegen gibt, da meldet sich einer zur\u00fcck, den alle nur schon darum so verabscheut haben, weil er die hohe Kunst beherrscht, seine gepeinigten Mitmenschen mit undurchsichtigen, ellenlangen und \u00fcberdies nichtssagenden Schachtels\u00e4tzen in den Wahnsinn zu treiben. L\u00fcgner nennt sich der evolution\u00e4re Ausrutscher in schmeichelhafter und massloser Untertreibung und konnte sich bisher zur Freude aller hinter seinem Co-Rapper Tiis\u00e4r und seinem DJ Ruedi verstecken, um wenigstens nur als l\u00e4stiges Anh\u00e4ngsel der Z\u00fcrcher Rap-Formation paar@ohr\u00e4 geduldet zu werden. Zu ungebildet, um nur schon das Wort Reim richtig zu buchstabieren aber dennoch dreist genug, dieser Tage sein Solo-Debut in Form eines 16 Track dicken Albums zu ver\u00f6ffentlichen. Auf die Frage was es wohl mit dem allseits sofort verst\u00e4ndlichen Titel \u00abKukelikki\u00bb auf sich habe, antwortet der 30j\u00e4hrige Fettwanzt schnoddrig: \u00abGut, dass wir dar\u00fcber geredet haben\u00bb. Das Album indes birgt noch etwa so viele R\u00e4tsel, wie Textzeilen vorhanden sind und zum Schluss wird einem nichts klar. Auf schier beklemmende Weise beschleicht den H\u00f6rer beim Abspielen der Platte das ungute Gef\u00fchl gerade etwas Verbotenes zu tun und ab und an unterliegt man in einer Kurzschlussreaktion dem Drang die Lautsprecher zu schmucken Fr\u00fcchteschalen umzufunktionieren. Musikalisch bietet diese kl\u00e4gliche CD ungeniessbare, eckige Beats zwischen gesampeltem Brockenhausbedarf und digitalen Wegwerfinstrumenten aus der Tischbombe vom vorletztem Sylvester. Ganz zu schweigen von den Texten, die so ganz anders klingen; etwa wie die Gebrauchsanweisung eines solarbetriebenen Staubsaugers oder die letzten Worte eines Nasa-Astronauten vor dem Vergl\u00fchen beim Wiedereintritt in die Erdatmosph\u00e4re. Kurz: Die LP \u00abKukelikki\u00bb des paar@ohr\u00e4-Mitglieds L\u00fcgner sollte man unbedingt kaufen bevor die Mein-Schwanz-ist-l\u00e4nger-als-deiner-Fraktion wieder die Macht \u00fcber unseren Planeten an sich reissen kann. Dann darf man sich gelassen im n\u00e4chsten Luftschutzkeller einschliessen und mit einem L\u00e4cheln des Wahnsinns auf den Lippen in aller Ruhe verbl\u00f6den.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.luegner.ch\/luegner_denkbilder.pdf\" target=\"_blank\">Portrait von L\u00fcgner im Germanistikmagazin \u00abDenkbilder\u00bb der\u00a0 Universit\u00e4t Z\u00fcrich<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sascharossier.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/kukelikki_am_radio_v2.mp3\">kukelikki_am_radio_v2<\/a> Diverse Radioberichte \u00fcber L\u00fcgner<br \/>\n<a href=\"https:\/\/sascharossier.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/schnabelweid.mp3\">schnabelweid<\/a> Dr. Martin Sch\u00e4fer, Black Music Experte und Dozent an der Uni Basel, \u00fcber L\u00fcgners Album \u00abKukelikki\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit seinen zahlreichen Ver\u00f6ffentlichungen seit 1993 geh\u00f6rt Sascha Rossier alias L\u00fcgner zu den Pionieren der Z\u00fcrcher Rapszene. 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